... oder "Lese Gutes und schreibe darüber"
Er wird als Sprachpapst gefeiert, als Retter der deutschen Sprache gar – Bastian Sick.
Abgesehen von solchem Sprachbombast sind seine Kolumnen wirklich gut, scharfsinnig und vor allen Dingen unterhaltsam im besten Sinne. Er hat es dabei nicht leicht, denn für Generationen ist die deutsche Sprache vor allen Dingen eines: piefiger Lehrstoff, vermittelt von Lehrern mit Hang zu boshafter Pedanterie.
Bastian Sick ist anders. Er beobachtet die deutsche Sprache als das, was es ist - pralles Leben. Und was er mit viel Liebe zum Detail findet, reicht von netter Ahnungslosigkeit über Ausrutscher unter der Rubrik „im Eifer des Gefechtes“ bis hin zu atemberaubend Verquastem, grober Vernachlässigung, Politikerdeutsch und aufgeblähter Denglisch-Dümmelei.
Dabei verzichtet er wohltuend hartnäckig auf den erhobenen Zeigefinger. Er seziert die Fehltritte mit der scharfen Klinge des Humors, was nicht nur ihn, sondern auch die deutsche Sprache (wieder) sympathisch macht.
In seinen Büchern werden diese sauber freigeschnittenen Filetstücke unserer Muttersprache mit wissenschaftlichen Erklärungen unterfüttert – immer leicht verständlich und vor allen Dingen kurz.
Kurz allerdings werden die Ausflüge in seine Kolumnen nicht sein. Denn wer erst einmal angefangen hat zu stöbern, wird lange Zeit im Unterholz der deutschen Sprache verschwinden.
Trotzdem eine Adresse (Vorsicht, die gehört zur Kategorie „suchtgefährdend“): www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,332092,00.html